Apr

15

Schokolade und der Regenwald

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Die Schüler der 7. Klasse hatten in Geografie bereits den Regenwald und dessen Funktionsweise behandelt. So kannten sie den Tropengürtel der Erde und wußten, dass dort die Kakaoanbaugebiete liegen. Neu war der hohe Konsum in Deutschland. Jeder hier isst 12 kg Schokolade im Jahr, dass ist eine Tafel Schokolade innerhalb von 3 Tagen pro Person „ganz schön viel“ fanden die Schüler.

Die Fantasiereise nach Bolivien auf eine Kakaoplantage auf der das 13- jährige Mädchen Joelma arbeitet war ebenfalls spannend. Der Vergleich der Tagesabläufe – die Klasse und Joelma – zeigte große Unterschiede auf. Als Gemeinsamkeit stellte ein Schüler fest: „Wir werden beide gezwungen etwas zu tun, was wir nicht wollen.“ Damit meinte er, dass Joelma arbeiten gehen muss und er zur Schule. Das Privileg, welches ihm dadurch zu Teil wird, wird – alterstypisch – nicht reflektiert.

Der Vergleich der Anbaumethoden des Kakao in Monokultur, Mischkultur und Agroforstsystem machte deutlich, dass Monokulturen zwar hohe Erträge bringen, aber hohen Schäden für Mensch und Natur mit sich tragen.

Durch ein Dominospiel konnte die Wertschöpfungskette des Kakao aufgezeigt werden. Dies bildete die Überleitung zum Rollenspiel „Vom Baum zum Schokogenuss“. Den Schülern machte es großen Spaß in die Rollen der verschiedenen Akteure der Kette zu schlüpfen. Die konventionelle Wirtschaftsweise, dass harte verhandeln, hatten sie gut und schnell begriffen. Auch die Auswertung des Spiels war sehr aufschlussreich. Obwohl die Gruppe des Fairtrade- Dorfes weniger produzierte, erzielte sie am Ende die höchsten Gewinne. Den Schülern mußte die Methode des Fair- Trade noch einmal deutlich erklärt werden. Sie versuchten zu handeln, obwohl feste Preise vereinbart waren.

Ursache für den hohen Gewinnunterschied war allerdings das fernbleiben des Zwischenhändlers in einem der konventionellen Dörfer. Das verdeutlichte die Abhängigkeit von diesem Händler. Die Bauern versuchten selbst die Fabrikanten zu erreichen, das gelang ihnen, wie im wirklichen Leben, nicht.

Der Zwischenhändler hatte sehr interessante Gründe für sein Handeln. Zum einen waren ihm die Bauern, des von ihm bevorzugten Dorfes sehr sympathisch, so dass er ihnen bessere Preise zahlte ohne hart zu verhandeln. Dafür drückte er die Preise bei den Fabrikanten enorm. In der Auswertung sagte der Schüler, wäre es das richtige Leben würde er den Bauern noch mehr zahlen, weil er sie im so Leid taten. Die Rolle hatte er zwar verstanden, konnte aber nicht über seinen Schatten springen. Am Ende hatten alle Schüler verstanden, dass Fair gehandelte Schokolade zwar etwas teurer ist, ihr Kauf aber die Menschen in den Anbaugebieten unterstützt.

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